Die Naumannsiedlung

Bis in die 1920er Jahre betrieb die Dampfziegelei Delfosse auf dem Gelände zwischen Barbara-, Boltenstern- und Stammheimer Straße den Abbau von Tonerde für die Herstellung von Ziegeln zum Bau Kölner Häuser. Nachdem die Ziegelei den Betrieb aufgegeben hatte, lag das Gelände brach.

 

Gleichzeitig bestand ein großer Bedarf an Wohnungen, bedingt durch die große Wohnungsnot im Kölner Raum. Mitte der 1920er Jahre griff die GAG als Bauherr diesen Bedarf auf und beauftragte den Architekten Faber und andere mit der Planung der Naumannsiedlung. Bereits das Gelände stellte eine große Herausforderung dar. Um den Stadtteil Riehl hochwasserfrei zu machen, wurden um 1874 die damals geplanten Straßenzüge um 2 Meter aufgeschüttet. Da aber in dem hier vorgesehenen Baugelände Tonerde abgebaut worden war, lag das Niveau tatsächlich um 4 Meter tiefer als die angrenzenden Straßen.

 

Geplant war der Anschluss an die bestehende Bebauung Riehler Tal und Stammheimer Straße. Das Siedlungsgebiet wurde mit einem zentralen Platz („Naumannplatz“) und drei Straßen (Naumann-, Goldfuss- und Ehrenbergstraße) konzipiert.

 

Blick vom Naumannplatz in die Goldfußstraße

1926 wurde die Baumaßnahme in Angriff genommen. Da sich im Bauuntergrund Flusssand befand, mussten zunächst umfangreiche und aufwändige Gründungsarbeiten mit Pfählen vorgenommen werden. Auf diesem Gelände wurden dann die Häuser Naumannstr. 1 – 11 und 2 bis 20, Ehrenbergstr. 1 – 13 und 2 – 12, Goldfußstr. 1 – 13 und 2 – 20, Barbarastr. 62 – 78 und Stammheimer Str. 171 bis 175 gebaut.

 

Die Gebäudehöhe erstreckte sich über 3–bis 4 Geschosse. Lediglich die Häuserzeile an der Stammheimer Straße war etwas niedriger, um die Anpassung an die bereits bestehenden Einfamilienhäuser zu erreichen.

 

An den erwähnten Straßen befanden sich die Hauseingänge. Die Rückseiten der Häuser zeigten auf die Innenhöfe mit Grünflächen, Spielplätzen und Trockenwiesen. Da die Wohnungen z. T. mit Loggien ausgestattet waren, konnte dieses Grün auch intensiv erlebt werden. Die Innenhöfe lagen deutlich tiefer als die Straßen und so befanden sich die Keller auf der Rückseite oberirdisch. In den Dachgeschossen waren die Waschküchen und Trockenspeicher eingebaut.

Die Hauszugänge wurden z.T. durch überhöhte Eingangsachsen betont, die mit Backstein gefasst waren. Vor den Häusern Ehrenberg-, Goldfuß- und Boltensternstraße wurden außerdem Vorgärten angelegt, die das Straßenensemble auflockerten.

 

Im gesamten Gelände wurde die notwendige Infrastruktur für ein Wohngebiet vorgesehen. 13 Ladenlokale ( Bäckerei, Drogerie, Friseur, Gemüsehandlung, Kolonialwaren, Lebensmittel wie Konsum und Stüssgen sowie eine Zigarrenhandlung) waren vorhanden. Auch fehlte nicht die Eckkneipe: „Boltensterner Hof“ (Inh. Niedecken), später „Am Bloomemaat genannt. Heute ist in den Räumen eine Kinderbetreuung.

Köln-Riehl -
alte Ansichtskarten erzählen

Ein Buch von Joachim Brokmeier

mehr lesen ...

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

02202 - 21966

oder nutzen Sie unser

Kontaktformular.

Unterstützt und gefördert durch:

Impressum              Datenschutz

Druckversion | Sitemap
© Joachim Brokmeier